Lehrveranstaltungen Wintersemester 2026 / 2027
Anmeldung für alle buchwissenschaftlichen Veranstaltungen ausschließlich über LSF!
Alle Kurse werden NUR in der Hauptbelegfrist (21.9. - 5.10.26) belegt
DR. DANIEL EHRMANN
Druck machen. Die Revolution und ihre Bücher 1848
Do 12-14 Uhr
Das Jahr 1848 erschütterte Europa. Im Frühling kam es in vielen Haupt- und Großstädten zu Aufständen und teils blutigen Konfrontationen mit dem Militär. Bücher flogen keine über die Barrikaden und doch war der Buchhandel nicht unbeteiligt an den Entwicklungen. Mit Blick auf u.a. die Verlage von Julius Campe in Hamburg, Otto Wigand in Leipzig, F. A. Brockhaus in Leipzig, und Gustav Heckenast in Pest wollen wir die Rolle näher beleuchten, die Verlage bei der Verbreitung und Entwicklung revolutionärer Forderungen hatten. Wir betrachten Bücher- und Zeitschriftennetzwerke, durch die nicht zuletzt die Werke von Heinrich Heine und Karl Marx zwischen den Ländern transferieren konnten. Neben den Eingriffen der Zensur im Vorfeld der Revolution werden uns auch die expansiven Neugründungen in der kurzen Phase der Pressefreiheit im Anschluss interessieren.
DR. DANIEL EHRMANN
Münchner Jugendstil: “Simplicissimus” und “Jugend” als Motoren literarischer und bildkünstlerischer Innovation
Mi 12-14 Uhr
Die Münchener Moderne war von beeindruckender literarischer wie bildkünstlerischer Produktivität. Am Beispiel zweier Zeitschriften der Jahrhundertwende wollen wir uns die Interferenzen von ästhetischer und mediengeschichtlicher Entwicklung in einer der wichtigsten kulturellen Beschleunigungsphasen ansehen. Die “Jugend” (1896-1940) ist nicht nur ein wichtiger Vertreter der frühen Illustrierten Zeitschriften, sondern integriert auf eine spannende Weise bildkünstlerische Elemente, deren Stil einer ganzen Epoche, dem Jugendstil, ihren Namen gab. Hier werden uns neben der historischen Entwicklung dieses Zeitschriftentyps und der Verbreitung der “Jugend” auch die technischen Innovationen interessieren, auf die sie sich stützt. Fast zeitgleich gegründet, aber inhaltlich anders ausgerichtet ist die Satirezeitschrift “Simplicissimus” (1896-1944), die ebenfalls stilprägend wurde. Auch hier wird uns neben buchhandelsgeschichtlichen Fragen auch das Ineinander von Bildlichkeit, Textualität und Paratextualität interessieren. Ein besonderes Augenmerk soll hier auch auf den Verbindungen der Zeitschrift zu anderen Projekten des umtriebigen Verlegers Albert Langen liegen.
DR. DANIEL EHRMANN
Aktuelle Forschungsfragen
Do 8-10 Uhr
Das Kolloquium richtet sich an BA-Student/innen, die ihre Bachelorarbeit schreiben. In der Veranstaltung erarbeiten die Teilnehmer/innen in Rücksprache mit dem Betreuer eine Präsentation ihrer Arbeit und stellen diese den Kollegi/innen zur Diskussion. Außerdem werden wichtige buchwissenschaftliche Neuerscheinungen gemeinsam besprochen.
KATHARINA EICHLER
Betriebswirtschaftslehre für Buchwissenschaftler
Blockseminar
Wie entsteht aus einer Idee ein wirtschaftlich erfolgreiches Verlagsprodukt? Welche Entscheidungen bestimmen den Erfolg eines Titels – und wie lassen sich diese betriebswirtschaftlich begründen?
Im Seminar lernen wir die wirtschaftliche Seite des Verlagswesens anhand realitätsnaher Beispiele kennen. Gemeinsam entwickeln wir Schritt für Schritt einen Business Case für ein (Buch-)Projekt, kalkulieren Kosten, bewerten Chancen und treffen unternehmerische Entscheidungen. Dabei erleben wir gleichzeitig, wie agile Zusammenarbeit dabei hilft, komplexe Fragestellungen strukturiert und iterativ zu lösen.
PROF.DR. JOHANNES FRIMMEL
Grundlagen der Buchhandels- und Verlagsgeschichte
Do 12-14 Uhr
Die Vorlesung bietet eine Einführung in die Geschichte des Buch- und Verlagswesens von 1450 bis zur Nachkriegszeit. Zunächst vorgestellt werden Johannes Gutenberg, der den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfand, die Ausbreitung der neuen Technologie in Europa im 15. Jahrhundert und ihre Auswirkungen auf Humanismus und Reformation. Es folgt eine Darstellung der buchhandelsgeschichtlichen Epochen des Tausch- und Nettozeitalters und der vieldiskutierten „Leserevolution“ im Zeitalter der Aufklärung. Das anschließende Zeitalter der Industrialisierung brachte auch im Buchhandelsgewerbe technologische Neuerungen, die eine Professionalisierung der Branche und innovative neue Produkten und Vertriebswege mit sich brachten. Einen Schwerpunkt legt die Vorlesung auf die sogenannten Kulturverleger um 1900. Im Überblick wird auch die Buchhandels- und Verlagsgeschichte in der Weimarer Republik und in der NS-Zeit vorgestellt. Die Entwicklung in der Nachkriegszeit zeigt, dass diese Epoche auch verlagshistorisch keine „Stunde Null“ war. Gefragt wird in der Vorlesung abschließend danach, was das Jahr 1968 für den Buchhandel und die Verlage bedeutete.
PROF.DR. JOHANNES FRIMMEL
Buchwissenschaft und Ökologie
Mi 10-12 Uhr
In dem Seminar werden die möglichen Beziehungen zwischen Buchwissenschaft und Ökologie auf verschiedenen Ebenen vorgestellt und diskutiert. Zum einen wird die aktuelle Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten in der Buchbranche (Verlage, Buchhandlungen, Druckereien) diskutiert. Dazu finden in dem Seminar eine kleine Vortragsreihe mit Expert/innen aus der Buchbranche statt, deren Besuch für die Seminarteilnehmer von zentraler Wichtigkeit ist. (Kultur)ökologische Fragestellungen werden aber auch selbstreflexiv auf den aktuellen Buchmarkt angewendet. Als Ausgangspunkt kann dabei das Konzept der „Bibliodiversität“ dienen. Leitfrage ist, inwieweit am aktuellen Buchmarkt unabhängige Verlage und Buchhandlungen noch eine Vielfalt im Publikationswesen gewährleisten können. Heute zeichnet sich die deutsche Verlagslandschaft im internationalen Vergleich noch immer durch ein großes und gut organisiertes Netzwerk unabhängiger Verlage aus. Durch deren wirtschaftlich prekäre Situation werden Forderungen nach einer strukturellen Verlagsförderung zum Erhalt der Bibliodiversität allerdings immer stärker. Beleuchtet wird die Geschichte einiger bekannter unabhängiger Verlage wie März oder Friedenauer Presse,es sollen aber auch interessante Neugründungen in den Blick genommen werden und deren Verlagsstrategien und -nischen, wie bibliophile Ausgaben oder Übersetzungen aus wenig wahrgenommenen Sprachräumen, zu analysieren.
PROF.DR. JOHANNES FRIMMEL
Grundkurs Buchwissenschaft
Di 12-14 Uhr und Mi 14 - 16 Uhr
Der Grundkurs vermittelt eine Einführung in die verschiedenen Themenbereiche der Buchwissenschaft. Behandelt werden neben Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens unter anderem „Das Buch und seine Materialität“, „Das Buch im Verlag“ sowie „Das Buch und der Buchhandel“. Weiters werden aktuelle Themen in der Buchbranche diskutiert.
PROF.DR. JOHANNES FRIMMEL
Buchmarkt im Kaiserreich
Mo 16-18 Uhr
In dem Seminar soll die Entwicklung des Buchmarkts im Deutschen Kaiserreich in seinen Grundzügen und mit Fallbeispielen erläutert werden. Dabei wird die Expansion des Verlagswesens und seine Modernisierung ebenso untersucht wie der Aufschwung buchhändlerischer Nebenmärkte wie Kolportage, Warenhaus- und Bahnhofsbuchhandel. Es sollen aber auch die Gegenbewegungen zur Industrialisierung beleuchtet werden, insbesondere der Kultur- bzw. Individualverlag und bibliophile Strömungen. Auch die rechtliche Situation (Zensur, Urheberrecht etc.) wird im Überblick dargestellt.
Als begleitende Lektüre ist die von Georg Jäger herausgegebene dreibändige “Geschichte des Deutschen Buchhandels im 19. und 20. Jahrhundert. Das Kaiserreich (2001-2010)” unabdingbar.
DR. MICHAEL GÜNTHER
Managementstrategien für Buchverlage
Do 14-16 Uhr
Verlage entstehen, Verlage vergehen. Der Buchmarkt befindet sich in einem starken strukturellen Wandel: Wie sehen die Konzepte junger Verlage aus? Was machen Verlage richtig, die sich schon lange erfolgreich behaupten? Warum verschwinden andere von der Bildfläche?
Für Erfolg wie für Misserfolg sind meist die Strategien in diesen Bereichen verantwortlich: Marketing, Vertrieb, kaufmännische Verwaltung, Programm.
Doch was ist überhaupt verlegerischer „Erfolg“: Ist es das Ökonomische, das Renommee, der kulturelle Beitrag?
Wir analysieren zusammen Sachbuch-, Ratgeber-,Kinderbuch- und Belletristikverlage, die seit Jahrzehnten mit demselben Geschäftsmodell bestehen, andere, die radikal das Managementmodell gewechselt haben, die Entwicklung renommierter Verlage als Imprint in großen Verlagsgruppen, eine Neugründung mit Fokussierung auf Social Media und Eigenvertrieb. Die Liste der Beispiele ist offen – Vorschläge der StudentInnen sind willkommen.
Wichtiges Ziel der Übung ist, Strategien herauszuarbeiten, mit denen populäre Buchverlage erfolgversprechend in die nahe Zukunft geführt und auch neue Buchverlage verheißungsvoll gegründet werden können.
SONJA HAHN
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Publikumsverlag
Blockseminar
Bücher brauchen Sichtbarkeit, um aus der Masse der jährlichen Neuerscheinungen herauszustechen. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Buchverlagen ist damit ein unerlässlicher Bestandteil der Vermarktungsstrategie eines Titels.
Dieses Blockseminar gibt einen Einblick in das tägliche Aufgabenfeld von Pressereferent:innen in Publikumsverlagen: Wie entsteht eine Pressestrategie? Was macht einen guten Pressetext aus? Welche Medien sind für welche Bücher relevant und wie erfolgt die Ansprache an die Journalist:innen? Was ist auf den Buchmessen zu tun und wie verläuft die Kommunikation mit Autor:innen und den anderen Abteilungen im Verlag? Neben einem Überblick über die Medienlandschaft und (unbezahlte) Kooperationsmöglichkeiten auf Social Media erarbeiten wir anhand konkreter Beispiele Pressemaßnahmen für Bücher aus den Bereichen Belletristik, Literatur und Sachbuch.
PROF.DR. CHRISTINE HAUG
Der frühneuzeitliche Buchmarkt in Europa - Handelspraktiken und Geschäftsusancen
Di 10-12 Uhr
Der frühneuzeitliche Buchmarkt im 17. Jahrhundert war geprägt von transeuropäischen Handelsräumen. Buchnovitäten zirkulierten gemeinhin im europäischen Raum, wichtige Umschlagplätze für Informationen und neue Printprodukte waren die Buchmessen. Nicht zu unterschätzen für die Distribution von Gebrauchsliteratur waren zudem der Kolportage- und Jahrmarktsbuchhandel. Vor dem Hintergrund der zahlreichen einzelnen Territorien allein im deutschen Sprachraum, in der Folge differente Konfessionen, unterschiedliche Zoll- und Zensurbestimmungen sowie Währungen dominierte im Verlagsgeschäft der Tauschhandel. Der bargeldlose Handel nivellierte die Problematik der Vielzahl an Währungen und die zu den europäischen Messezentren reisenden Verleger führten zur eigenen Sicherheit kein Bargeld mit sich. Der europäische Buchmarkt erlebte zwar im Kontext des Dreißigjährigen Krieges einen massiven Einbruch, dennoch zeigten sich Drucker und Verleger auch hier als sehr anpassungsfähig. Es gilt im Seminar die vielfältigen Akteure zu identifizieren, die den europäischen Raum mit Literatur versorgten, die Entwicklungen und Geschäftspraktiken innerhalb der Buchbranche herauszuarbeiten und an diversen Fallbeispielen Einblicke in den Handel mit Druckwerken im 17. Jahrhundert zu gewähren.
PROF.DR. CHRISTINE HAUG
Aktuelle Forschungsfragen
Do 10-12 Uhr
Dieses Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die ihre BAA angemeldet haben. Das Seminar begleitet die Entstehung der BAA und vermittelt am Beispiel von neueren einschlägigen buchwissenschaftlichen Studien (historische Arbeiten, Arbeiten zum Gegenwartsbuchmarkt), die in Teilen gemeinsam gelesen und diskutiert werden, wie eine Einleitung in eine wissenschaftliche Monografie strukturiert und gegliedert ist; welches Ziel hat eine Einleitung, welche Inhalte werden der Leserschaft vermittelt. Eine gelungene Einleitung unterstützt bei der Anfertigung der eigenen BAA und ist nicht zuletzt die Visitenkarte dieser Qualifikationsschrift.
PROF.DR. CHRISTINE HAUG
Der Kolportagebuchhandel als buchhändlerischer Nebenmarkt vom 17. bis 19. Jahrhundert
Mi 10-12 Uhr
Kolporteure und Hausierer, also mobile Händler mit Druckschriften, prägten die Literaturdistribution seit der Erfindung des Buchdrucks. Die nur marginal alphabetisierte Landbevölkerung hatte gemeinhin keinen Zugang zum literarischen Markt, sodass die einzige Bezugsquelle für religiöse Schriften und Schulbücher der Kolporteur darstellte, der in regelmäßigen Abständen im Vorfeld festgelegte Provinzen bereiste und Haustürgeschäfte abwickelte. In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhundert erlebte der Kolportagebuchhandel einen immensen Innovations- und Professionalisierungsschub. Mit der Herausbildung eines weitreichenden Kolportagebuchhandels im deutschsprachigen Raum entfalte sich das Genre des Kolportageromans.
Bei Kolportageromanen handelte es sich um äußerst umfangreiche, bis zu 4.000 Seiten umfangreiche Unterhaltungsliteratur, die in Lieferungen an die Kunden vertrieben wurden. Die Leser dieser Romane abonnierten beim Kolporteur einen oder mehrere Romane und bezahlten mit Zustellung jeder einzelnen Lieferung bar. Zu den prominentesten Kolportageverlagen gehörte Heinrich G. Münchmeyer in Dresden mit seinen beiden äußerst produktiven Autoren Karl May und Robert Kraft. Im Seminar werden einerseits das System der Kolportage von seinen Anfängen im 16. Jahrhundert historisch rekonstruiert, die speziellen Handelspraktiken und Geschäftsusancen herausgearbeitet, andererseits liegt ein Fokus auf dem 19. Jahrhundert. Hier soll an Fallbeispielen das Innovationspotenzial und die Wirkkraft dieses neuen buchhändlerischen Nebengewerbes herausgestellt werden (Werbung, Vermarktung, drucktechnische Entwicklungen, etc.). Die herkömmliche Sortimentsbuchhandel sowie der Branchenverband ‘Börsenverein des Deutschen Buchhandels’ suchten zunächst diese neue Konkurrenz um Markt zu bekämpfen und zu boykottieren, doch nach und nach übernahmen sie deren wirkmächtigen Vermarktungs- und Distributionsstrategien; auf diese Weise sind die buchhändlerischen Nebenmärkte (u.a. auch der Warenhausbuchhandel und der Eisenbahnbuchhandel) die eigentlichen Motoren für die Herausbildung eines modernen Buch- und Verlagshandels im Laufe des 19. Jahrhunderts.
STEPHAN KILIAN
Der Fachverlag im Wandel
Blockseminar
Früher war es einfach: Der (Fach-) Verlag verkaufte Printprodukte und die Kommunikation mit den Kunden verlief über Print oder im direkten Gespräch. Das reicht heute nicht mehr: der Content muss in verschiedenen Medienformen und -kombinationen angeboten werden, die Kommunikation mit Kunden läuft auf verschiedensten Kanälen (von Mail bis Twitter), die Erwartungshaltung der Kunden in Bezug auf Geschwindigkeit und niedrige Preise steigt. Die KI beschleunigt, vereinfacht und verkompliziert alle Vorgänge von der Produkterstellung bis zum Verkauf. Wie können (Fach-) Verlage in diesem Gemenge gute, rentable und zukunftssichere Produkte erstellen, vermarkten und vertreiben? Viele praktische Übungen (mit viel KI) machen die Theorie erlebbar.
MARKUS KLOSE
Marketing und Marke
Blockseminar
LEA KUBENECK
Druck machen: Grundkenntnisse inDesign für Buchwissenschaftler:innen
Blockseminar
In diesem Blockseminar werden Grundkenntnisse für das Erstellen von Druckerzeugnissen, wie beispielsweise Broschüren, Flyern oder Magazinen vermittelt. Dabei steht der Prozess von der Formatfindung über die Gestaltung bis zur Erstellung von Druckdaten im Vordergrund. Mithilfe der Adobe-Software inDesign werden Texte professionell formatiert, der Umgang mit Grafiken, Bildern und Tabellen thematisiert und, anhand von für die Buchwissenschaft relevanten Inhalten, beispielhafte praktische Übungen durchgeführt. Ziel des Blockseminars ist es, ein Grundverständnis für die Anwendungsbereiche des Programms zu entwickeln und den Umgang mit seinen wichtigsten Werkzeugen zu erlernen.
BEATE MARIA MAGDALENE KUCKERTZ
eBooks - Ctrl+Alt+Delete für den klassischen Buchhandel oder ein vielversprechender Markt? Herausforderungen und Chancen des eBook-Vertriebs im deutschsprachigen Raum
Blockseminar
In den letzten zehn Jahren hat der eBook-Markt im deutschsprachigen Raum durch anhaltendes Wachstum und kontinuierlichen Wandel ausgezeichnet. Neue Verlage entstehen, während bestehende Verlage ihre Programme um digitale Publikationen erweitern. Angesichts einer rasanten Digitalisierung erfährt die Verlagsbranche eine tiefgreifende Transformation, bei der das eBook als Publikationsform eine immer zentralere Rolle spielt.
In diesem Seminar werden den Studierenden die Unterschiede zwischen traditionellem Buchvertrieb und den gänzlich anders funktionierenden Marketing- und Vertriebsinstrumenten des ePublishing nähergebracht. Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Dynamiken des eBook-Vertrieb zu vermitteln. Die Studierenden werden die Strukturen, Herausforderungen und Chancen dieses Vertriebsweges kennen und verstehen lernen, welche marktrelevante Bedeutung eBooks im heutigen Buchmarkt spielen und wie diese ökonomisch erfolgreich vermarktet werden können.
DR. WOLFGANG LENT
Urheber- und Medienrecht für Verlage
Mo 8-10 Uhr
Welche Rechte haben Autorinnen und Autoren? Was regeln Buchverträge? Gilt die Buchpreisbindung auch für E-Books? Und was ist mit Menschen, die als Urbilder von Romanfiguren verwendet werden – ist das zulässig? Diese und viele weitere Rechtsfragen spielen in der Verlags- und Medienpraxis eine große Rolle. Die Lehrveranstaltung bietet anhand ausführlicher Studienunterlagen eine Einführung in das buchspezifische Urheber- und Medienrecht. Sie gibt den Studierenden Hilfestellungen für eine spätere Verlagsarbeit, vermittelt aber auch rechtliches Basiswissen für freie Tätigkeiten in der Verlags- und Medienbranche. Die Lehrveranstaltung gliedert sich in zwei Teile:
Teil A: Urheberrecht
● Geschützte Werke, Leistungsschutzrechte, Schutzdauer
● Urheberpersönlichkeitsrecht und wirtschaftliche Verwertungsrechte
● Schranken des Urheberrechts
● Buchverträge (Urhebervertragsrecht)
● Verwertungsgesellschaften
Teil B: Medienrecht
● Kunstfreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und andere Publikationsfreiheiten
● Persönlichkeitsrechte, z.B. Schutz von Persönlichkeitssphären, Schutz der Ehre und Recht am eigenen Bild
● Abwägung zwischen Publikationsfreiheiten und Persönlichkeitsrechten, Beachtung publizistischer Sorgfaltspflichten bei Buchpublikationen
● Bücher und Jugendmedienschutz
● Buchtitelschutz, Buchpreisbindung und Rechtsfragen der Buchwerbung
STEFFEN MEIER
Transformation und Disruption des Buchmarkts in Zeiten von Big Tech, KI und Plattformen
Blockseminar
Der Buchmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Veränderte Mediennutzung, neue Plattformökonomien, Künstliche Intelligenz und die zunehmende Fragmentierung von Aufmerksamkeit verändern die Rahmenbedingungen für Verlage, Buchhandel und Autor:innen grundlegend. Neben klassischen Formaten gewinnen E-Books, Streaming-Angebote, Audiobooks, Podcasts und weitere Formen wie „Liquid Content“ an Bedeutung, die Inhalte flexibel über verschiedene Kanäle, Endgeräte und Nutzungssituationen hinweg verfügbar machen.
Gleichzeitig verschiebt sich die Medienrezeption zunehmend von direkten Kundenbeziehungen hin zu plattformvermittelten Zugängen über Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Streaming-Dienste und KI-Assistenten. Neue Technologien eröffnen Chancen für Produktion, Vermarktung und Personalisierung von Inhalten, stellen etablierte Geschäftsmodelle aber zugleich vor erhebliche Herausforderungen.
Der Kurs beleuchtet die wichtigsten transformativen und disruptiven Entwicklungen im Buchmarkt und analysiert Veränderungen im Nutzerverhalten, aber auch der strategischen Ausrichtung von Verlagen.
Zudem werden aktuelle Trends und mögliche Zukunftsszenarien für Inhalte, Produkte und Geschäftsmodelle diskutiert.
DR. HELEN MÜLLER
Theorien und Methoden der empirischen Sozialforschung
Mi 8-10 Uhr und Fr 8-10 Uhr
Das Seminar vermittelt einen allgemeinen Überblick über gängige Methoden empirischer Sozialforschung und ihre theoretischen Hintergründe. Der Fokus liegt dabei auf dem Spektrum buchwissenschaftlicher Fragestellungen und Forschungsfelder. Ziel des Seminares ist es, empirische Untersuchungen nachvollziehen und kritisch hinterfragen zu können sowie eigene Forschungsfragen formulieren und theoretische Annahmen überprüfen zu können.
DR. HELEN MÜLLER
Projekt zur Marktforschung
Di 12-14 Uhr
Erarbeitet werden die Grundlagen und Methoden der Marktforschung. Anhand von Beispielen werden Studien der Buchmarktforschung inhaltlich und methodisch nachvollzogen und analysiert. Dabei soll der Fokus auf die Methodengeschichte empirischer Forschungsansätze innerhalb der Buchforschung gelegt werden.
DR. HELEN MÜLLER
Mediennutzungs- und Leserforschung
Di 12-14 Uhr
DR. HELEN MÜLLER
Lektürekurs zu buchwissenschaftlichen Quelltexten
Fr 10-12 Uhr
Im Rahmen des zweisemestrigen Lektürekurses werden wissenschaftliche Texte gelesen, kritisch reflektiert und diskutiert. Thematisch wird dieser Lektürekurs Fragestellungen zur Materialität des Buches zum Thema KI aufgreifen.
DR. HELEN MÜLLER
Aktuelle Forschungsfragen
Fr 10-12 Uhr
Das Kolloquium richtet sich an BA-Student/innen, die ihre Bachelorarbeit schreiben. In der Veranstaltung erarbeiten die Teilnehmer/innen in Rücksprache mit dem Betreuer eine Präsentation ihrer Arbeit und stellen diese den Kollegi/innen zur Diskussion. Außerdem werden wichtige buchwissenschaftliche Neuerscheinungen gemeinsam besprochen.
MICHAEL MUSELMANN
BWL und Agilität im Verlag
Blockseminar
In diesem Seminar geht es darum, Einblicke in den betriebswirtschaftlichen Alltag eines Verlags zu erhalten und den Umgang mit unterschiedlichen Herausforderungen zu diskutieren. Als Rahmenbedingungen werden die aktuelle Marktentwicklung und allgemeine betriebswirtschaftliche Themen im Verlag behandelt. Ein Schwerpunkt ist die Kalkulation eines Werkes und die Zusammensetzung der Produktionskosten eines Buches. Im Praxisteil des Seminars werden anhand von Case Studies verschiedene Fragen unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Aspekte bearbeitet.
PATRICK MUSIAL
E-Commerce im Buchhandel
Blockseminar
Struktur des Buchhandels in Deutschland
Geschichte des Online-Buchhandels
Marktsituation und aktuelle Entwicklungen
Die wichtigsten Player
Gegenstände des E-Commerce: Physische und digitale Produkte – is content really king?
Retail, Multichannel, Omnichannel - Welche Konzepte sind zukunftsfähig?
Shopsysteme, Plattformen, Social Shopping, et al. – wo geht was?
Metadaten und Prozesse – wie der Inhalt ins Netz kommt
Kundenstruktur und Kundengewinnung
Die „Costumer Journey“ – Nutzer:innen-Erfahrungen positiv gestalten
Die wichtigsten KPIs zur Erfolgskontrolle im Onlinehandel
Die fünf größten Herausforderungen für funktionierenden E-Commerce in der Buchbranche
LUTZ NAGLER
Grundlagen des Verkaufens im Buchhandel
Mi 16-18 Uhr
Die Einführung orientiert sich inhaltlich am Ausbildungsrahmen für die Berufsausbildung und verschafft einen fundierten Überblick über den Buchhandel, seine Grundlagen und Besonderheiten aus praktischer Sicht.
Die Veranstaltung umfasst alle Aspekte des Handels, angefangen bei der Beschreibung der Marktteilnehmer, dem rechtlichen Rahmen der handelnden Akteure bis zu den Herausforderungen der Zukunft. Besonderes Augenmerk wird auf den notwendigen Kernkompetenz angehender BuchhändlerInnen, der Beratung und dem Verkauf, sowie der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle im Sortiment liegen. Ein Einblick in die Warenkunde und die Buchherstellung runden die Einführung ab
CHRISTOPHER QUENTE
Narrative Psychologie: Markenführung in der Post-Attention-Ära
Blockseminar
Der Buchmarkt wird mit KI-generierten Titeln geflutet, und die Mehrheit des Web-Traffics ist nicht mehr menschlich: Text ist beliebig geworden,
Aufmerksamkeit wertlos und Bedeutung knapp. Zugleich erklären Europas Marketingentscheider Brand Building zur Priorität Nummer eins für 2026, generative KI stufen sie auf Platz 17 ein. Warum beides zusammengehört, erklärt dieses Blockseminar. Unter dem Leitbegriff der „Narrativen Psychologie“ fragen wir, warum Menschen Geschichten brauchen, wie Narrative Wahrnehmung, Vertrauen und Kaufentscheidungen prägen und wie Verlage in einer Welt, in der Maschinen schreiben, Bedeutung stiften. Auf jeden Theorieschritt folgt die Anwendung: Die Teilnehmer:innen entwickeln Schritt für Schritt ein eigenes Vorhaben aus der Welt des Buches – vom einzelnen Titel über den Podcast bis zum eigenen Verlag – und wählen dabei aus dem vollen Spektrum der Erzählformen diejenige, die dazu passt. Dazu kommen die frischen Trends der Frankfurter Buchmesse, die wenige Tage vor dem Seminar endet. Das Versprechen: Wer dieses Seminar verlässt, kann Narrative nicht nur analysieren, sondern strategisch bauen. Ein Handwerk, das sich nicht delegieren lässt – auch nicht an Maschinen.
ROSSI SCHREIBER
Aspekte der Buchbranche
Mi 12-14 Uhr
Gastredner aus der Praxis stellen ihre speziellen Tätigkeitsfelder, Problemkreise und Zukunftsperspektiven vor: Literaturagent, Experte für Modernes Antiquariat, Social Media- / BookTok-Beobachterin, Autorin zusammen mit ihrer Projektmanagerin / Lektorin, Barsortiment und Print on Demand, Chefredakteur für serielles Publizieren. Die Einbettung in umgebende Abläufe oder die Verortung innerhalb der Branche kommen ebenso zur Sprache wie der persönliche Werdegang der Gäste. Ziel der Veranstaltung ist es, interessante Bereiche der Branche in konkreten Fallbeispielen vorzustellen.
DR. JØRGEN SNEIS
Literatur-, Verlags- und Buchhandelsgeschichte der Weimarer Republik
Di 10-12 Uhr
Das Seminar richtet sich an Studierende der Literatur- und Buchwissenschaft. Aus einer doppelten, nämlich literatur- und buchwissenschaftlichen Perspektive widmet es sich der kurzen, aber bewegten Epoche der Weimarer Republik (1918–1933).
Im Zentrum des Seminars stehen die tiefgreifenden Transformationen des literarischen Lebens und des Buchmarktes nach dem Ersten Weltkrieg. Wir untersuchen unter anderem, wie politische Polarisierung, wirtschaftliche Krisen und technologische Innovationen die Literaturproduktion dieser Zeit prägten. Dabei blicken wir sowohl auf einzelne Texte und ästhetische Strömungen als auch auf die materiellen Bedingungen ihrer Verbreitung. Das Seminar beleuchtet so das Wechselspiel zwischen literarischem Text und verlegerischer und buchhändlerischer Praxis, das im Jahr 1933 durch die Zäsur der nationalsozialistischen Machtergreifung und die Bücherverbrennungen ein jähes Ende fand.
MIRIAM STEUERWALD, GRETA WENSKE
Was verkauft Bücher? Marketing und Vertrieb im optimalen Zusammenspiel
Blockseminar
Das Angebot an Novitäten wächst jedes Jahr. Doch wie finden dieBücher zur richtigen Zielgruppe?
Hierbei spielen Marketing und Vertrieb eine wichtige Rolle: Marketing-und Vertriebsstrategien müssen optimal auf Programm, Kunden und Vertriebskanäle abgestimmt sein.
Um dies zu erreichen, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten: neben klassischen Instrumenten, wie Buchmessen, POS-Kampagnen und Verkaufsförderung erhöhen digitale Marketingmaßnahmen die Reichweite und Sichtbarkeit der Verlagsprodukte.
In dieser Übung wird an konkreten Beispielen aus dem Handel gezeigt, wie Marketing und Vertrieb einander unterstützen und ergänzen und so den Umsatz von Verlag und Buchhandlung steigern. Grundkenntnisse in klassischem Handelsmarketing, in Online-Marketing, aber auch der Verkaufsförderung und Content-Marketing, sowie der Einfluss von KI werden praxisnah vermittelt.
PROF. DR. ERIKA THOMALLA
Aktuelle Forschungsfragen
Mo 14-16 Uhr
Das Kolloquium richtet sich an BA-Student/innen, die ihre Bachelorarbeit schreiben. In der Veranstaltung erarbeiten die Teilnehmer/innen in Rücksprache mit dem Betreuer eine Präsentation ihrer Arbeit und stellen diese den Kollegi/innen zur Diskussion. Außerdem werden wichtige buchwissenschaftliche Neuerscheinungen gemeinsam besprochen.
PROF. DR. ERIKA THOMALLA
Oberseminar für MA-Studierende (MA Verlagspraxis, MA Buch- und Medienforschung)
Mo 14-16 Uhr
Das Oberseminar wendet sich an die Abschlusskandidat*innen des MA Verlagspraxis und des MA Buch- und Medienforschung, die ihre Masterarbeit verfassen wollen. Im Seminar werden die Themen der MA-Arbeiten präsentiert und zur Diskussion gestellt.
PROF. DR. ERIKA THOMALLA
Theorien des Verlegens
Mo 10-12 Uhr
Das Seminar erarbeitet die wichtigsten theoretischen Ansätze, mit denen die Buch- und Verlagsforschung arbeitet, und fragt nach ihrer jeweiligen analytischen Reichweite. Behandelt werden u. a. die Systemtheorie Niklas Luhmanns, die Feldtheorie Pierre Bourdieus und deren Erweiterungen, die Paratexttheorie Gérard Genettes und materialitätstheoretische Ansätze (z.B. das Buch als „Grenzobjekt” nach Star/Griesemer), netzwerktheoretische Perspektiven sowie die Agenturtheorie (Prinzipal-Agent-Konstellationen zwischen Autor:innen, Verlagen, Agent:innen und Zwischenhändler:innen).
Ziel ist es, die Stärken und Grenzen der einzelnen Ansätze exemplarisch an Fallbeispielen aus der Buchbranche zu diskutieren.
PATRICK TÜMMERS
Anforderungen an die Lesetypografie
Mo 8-10 Uhr
Medien vermitteln ihre Botschaften vor allem durch Bilder, durch Schrift und auch durch Töne. Die Anforderungen an die Mediengestaltung sind dabei nicht nur dem wandelnden Zeitgeist unterworfen, auch der technische Wandel stellt permanent neue Herausforderungen.
Die Fragen an die Typografie und speziell an die Lesetypografie sind, trotz des technischen Wandels, seit dem 15 Jh. nahezu die gleichen geblieben. Es haben sich im Laufe von Jahrhunderten Gesetzmäßigkeiten der Lesbarkeit und Leseführung gebildet, gegen die man nicht ungestraft verstoßen darf und die wir in dem Kurs durch Typografie-Sensibilisierung kennenlernen wollen.
KAI WEBER
Konzeption, Produktion und Vermarktung digitaler und crossmedialer Produkte
Do 12-14 Uhr
In dieser Übung entwickeln wir gemeinsam digitale Verlagsprodukte an konkreten Beispielen, welche sich die Studierenden nach eigener Interessenlage aus einer offenen Vorschlagsliste auswählen können (z. B. pädagogische Übungssammlungen, Fachdatenbanken, interaktive Geschichten, Internetportal, elektronische Zeitschriftensammlung, E-Books, geisteswissenschaftliche Online-Edition, …).
Anhand des jeweils gewählten Beispiels beginnen wir mit strategischen Überlegungen zur Produktplatzierung am Markt, erstellen ein Konzept zur Entwicklung und Vermarktung des digitalen Produkts und erlernen dabei Grundlagen des Projekt- und Produktmanagements. Zur Erstellung des Produktes betrachten wir Strategien der Zusammenarbeit mit Dienstleistern und sonstigen externen Partnern.
Produktadäquate Vermarktungsmöglichkeiten werden anschließend ebenso diskutiert werden wie technische Fragen zum Datenaustausch („digitale Auslieferung“, angemessene Metadaten, Abrechnung von Verkäufen). Mit Blick auf digitale Produkte werfen dadurch ein Schlaglicht auf den gesamten Produktlebenszyklus und diskutieren, wie die einzelnen Schritte in Beziehung stehen (können) mit klassischen Verlagsabteilungen wie Redaktion/Lektorat, Herstellung und Vertrieb.